Union Theater
Hohe Straße 23-25
ZurückGründungs-/Betriebsgesellschaft
1907 wurde die Gesellschaft unter dem Firmennamen: Allgemeine Kinematographen-Theater-Gesellschaft, Union-Theater für lebende und Tonbilder GmbH, Frankfurt Main mit dem Zusatz Zweigniederlassung in Cöln (HR Nr. 1031) gegründet. Zeitgleich entstanden weitere Zweigniederlassung in u. a. Düsseldorf, Elberfeld und Essen. Geschäftsführer der neuen Gesellschaften war Robert Dörner Kaufmann in Frankfurt. Gegenstand des Unternehmens war die Errichtung von Kinematographen-Theatern in Deutschland und im Ausland mit Ausnahme von Frankfurt am Main.
Aus der AKG wurde um 1911 die Projektions-Aktien-Gesellschaft Union (PAGU), die Betriebsräume der Kölner Filiale wurden in die Hohe Straße 132 verlegt, die vorher schon die Büroräume beherbergte.
Kino-Name und Logo
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Der Name Union Theater für alle von dieser Gesellschaft betriebenen Kinos ist in diesem Kontext möglicherweise als Hinweis auf die industriell fortschrittlich, großstädtischen Nordstaaten („The Union“) hier Synonym für die ganzen USA stehend, als technische Marktführer der neuen Bild- und Tontechniken. Entsprechend setzte sich das Logo aus drei Motiven zusammen: oben befanden sich zwei gekreuzte Flaggen (die damals gültige Nationalflagge des deutschen Kaiserreichs und die Nationalflagge der USA) in der Mitte folgten Bestandteile des offiziellen Staatswappens der USA, der Weißkopfseeadler mit Wappen als Symbol der Union (E pluribus unum = aus vielen wird eine) und dem Akronym der AKG.
Das Werbemaskottchen der AKG, sowie auch anderer Theater, die kinematographische und/oder phonographische Technik bzw. Filmmaterial von Lizenznehmern US-amerikanischer Firmen (American Biograph, Edison) einsetzten war ein großer, dünner, etwas mürrisch wirkenderer Uncle Sam, komplett mit Zylinderhut mit Sternenband, Streifenhose, wehendem Haar und Kinnbart, der mit seinen langen spitzen Schuhen auf der Weltkugel steht. Während der Zeigefinger seiner rechten Hand auf die Weltkugel gerichtet ist, formt sich seine linke Hand zur Flüstertüte zur Verstärkung des seinem weit geöffneten Mund mit dem Ausruf "Kinematograph", comicartig als sich zum Ende hin vergrößernder Schriftzug ausgeführt. In den Vereinigten Staaten wurde Uncle Sam, die auch in der restlichen Welt bekannteste männliche Verkörperungen der USA, in der Werbung zunehmend als Vater aller, natürlich nach dieser Lesart ausschließlich von den USA erfundenen technischen Neuerungen (Schreibmaschine, Phonograph, Telefon etc.) eingesetzt. Auch der Edison Phonograph wurde mit einem stilisierten Uncle Sam beworben.
Der spätere Name Bismarck-Theater resultierte aus der Nähe zum Bismarck-Denkmal.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Eröffnung
Die Eröffnung fand am 25.August 1906 um 19.00 Uhr statt.
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Ort
im großräumigen Parterre des Hauses Hohe Straße 23-25 (historische Adresszusätze: am Bismarck-Denkmal, Ecke Blindgasse, gegenüber Augustinerplatz) hatte bis 1903 das Emaille-Haus Gebrüder Hindrichs bestanden. Danach Baruch und Cie. ein Kleidergeschäft. Nach dessen Konkurs im Jahr 1905 bezog die AKG die Geschäftsräume im Parterre. Ganz in der Nähe, am Augustinerplatz 12 hatte 1896 Stollwerck Kinogeschichte geschrieben.
Projektionstechnik
Uncle-Sam-Maskottchen und Flaggen-Logo lassen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf amerikanische Fabrikate schließen. Die Werbung für das Düsseldorfer Theater nennt Vitascope-Projektoren.
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Begleitung der lebenden Photographien
Vorstellungen mit Orchesterbegleitung. Die Pausen zwischen einzelnen Bildbeiträgen wurden durch Vorträge eines Symphoniums bzw. Phonograph ausgefüllt. Ab Mai 1907 wurden auch Tonbilder gezeigt.
Programm
Ununterbrochene Vorstellung
Neuigkeiten aus aller Welt, Lehrfilme, Humoresken. Die finanzkräftige AKG war in der Lage mit ihrem Biograph-Equipment eigene Aufnahmen herstellen zu lassen und in ihren Union-Theatern zu präsentieren. Eröffnungsprogramm (Auswahl): Zunächst sah man den Einzug der Düsseldorfer Husaren in Krefeld an der Seite des Kaisers, Szenen aus dem Herkomer=Automobil=Rennen1 und die Humoreske „Blinder Alarm“.
Ausstattung des Saals
Amphitheaterartig angeordneten Sitze, dunkelrotes Gesamtdekor. Eine Belüftungsanlage war vorhanden, Rauchen während der Vorführung gestattet.
Ein zweiter Saal
Am 23.12.1906, in der Hohe Straße 9a eröffnete das Kosmos Theater, gab die AKG die Eröffnung eines zweiten Kinosaals im 2.OG Hohe Straße 23-25.
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Einführung der Tonbildprojektion
Ab Mai 1907 wurden im Union-Theater auch Synchronbilder, singende, sprechende und musizierende Photographien gezeigt. Wie bei vielen Theatern erfolgte der Wechsel zwischen lebenden und Tonbildern stündlich.
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Monopolkriege
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Spätere Betreiber
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- 1914 Heinrich Anger unter dem Namen Bismarck-Theater
- 1920 Peter Bilstein & Adolf Kämmerling
- 1924 Union Theater GmbH Peter Bilstein, Adolf Kämmerling, Arthur Schmidt
- 1927? Arthur Schmidt GmbH als Passage Theater??
- 1930? Paul Jockel als Passage-Theater - Kino für Jedermann 12
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
- 1931 Josef Paul Virnich
- 1932 Else Virnich
- 196? Passage und Filmcasino Hohestraße 128-132
- 19?? ?? als Kinocenter UFA-Passage
Quellen:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Herkomer-Konkurrenz
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