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Jean und Ottilie Bringemeier

Kinobetreiber

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Jean Bringemeier wird als Johann Heinrich Anton Bringemeier ca. 1883 in Münster in Westfalen geboren. Anfang 1900 ist er als Koch in Köln tätig. Im Juli 1907 heiratet er Adele, genannt Ottilie, Schmitz. Tochter Elisabeth wird im November 1907 geboren.

Um 1913 übernimmt der mittlerweile als Restaurateur (Restaurantbetreiber) tätige Jean Bringemeier, wohnhaft Bayardsgasse 13 das seit 1907 bestehende Reform-Theater auf der Hohen Pforte.

Bringemeier hatte öfter finanzielle Probleme. Im Juni1924 wird ein laufendes Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns und Lichtspieltheaterbesitzers Johann Bringemeier zu Köln mit Zustimmung der Gläubiger eingestellt.

Anfang der 1920er Jahre übernimmt Bringemeier auch das bereits seit 1906 bestehende Kosmos Theater.

1926 übernimmt Bringemeier die Olympia-Lichtspiele. Im März desselben Jahr erfolgt die Gründung der Hohe Straße 9/9a Verwaltungsgesellschaft mbH, Alter Markt 58, Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Verwaltung des Anwesens Hohe Straße 9/9a in Köln mit hieran anstoßenden Grundbesitz. Bringemeier ist Geschäftsführer. Der Abschluß des Gesellschaftsvertag mußte vom Vormundschaftsgericht Köln genehmigt werden vermutlich wegen Bringemeiers vorangegangenen Konkurses. Bringemeier erwirbt den Häuserblock von dem Franzosen Paul Petit und läßt das Kosmos Theater durch Umbau beträchtlich erweitern. Im Februar 1929 übernimmt Bernhard Münch das Amt des Geschäftsführers der Hohe Straße 9/9a Verwaltungsgesellschaft mbH.

Um 1930 erwirbt Bringemeier zusätzlich zu seinen drei Lichtspieltheatern die die Lichtspiele des Westens (LDW), und pachtet? das Boccaccio.Lichtspiele des Centrums GmbH.???

Mit der Umbenennung des Boccaccio in Lichtspiele des Zentrums (LDZ) gleicht er die Namen beider Häuser an und scheint sich in Folge auf den Betrieb dieser Prestigehäuser zu konzentrieren.

Im Mai 1930 erfolgt deshalb die Gründung der Vereinigten Lichtspiele GmbH, Geschäftsadresse: Schildergasse 99/101 (Boccaccio). Unternehmensgegenstand: Pachtung der Kosmos und Olympia-Lichtspiele sowie anderer Unternehmungen gleicher oder ähnlicher Art in Köln. Geschäftsführer sind Bernhard Münch, Köln-Deutz und Walter Niemann, Köln-Klettenberg

Eine Zeitungsnotz im Juni 1930 berichtet über einen Verstoß gegen das Urheberrecht durch den Theaterbesitzer und Kapellmeister von LDW und LDZ. Kapellmeister Broich hatte moderne Schlager bei Filmaufführungen gespielt, ohne daß seitens der Direktion von der Gema das Aufführungsrecht erworben wurde. Ein Schöffengericht verurteilte Bringemeier zu 600 Mark und Broich zu 50 Mark Strafe.

Im September 1930 wird das Konkursverfahren über das Vermögen von Jean Bringmeier aus Rodenkirchen bei Köln, Weißer Straße 91, eröffnet. Konkursverwalter ist Rechtsanwalt Albert Friede.

Im Oktober 1930 gelingt es Ottilie Bringemeier Bernhard Münch und Walter Niemann bei der Vereinigte Lichtspiele GmbH als Geschäftsführerin zu ersetzen.

Im Mai 1931 ist das Konkursverfahren gegen Johann Bringemeier beendet.

1931 wird in Grevens Adreßbuch eine Lichtspiele des Zentrums GmbH die die Lichtspiele des Westens (LDW) und die Olympia-Lichtspiele. Am 14.August 1931 werden die die Lichtspiele des Westens (LDW) von Jockel als Kino für Jedermann 15 wiedereröffnet. Die Lichtspiele des Zentrums werden von Lommerzheim übernommen. Im Dezember 1931 wird das Gebäude, in dem sich die Lichtspiele des Westens befinden zwangsversteigert.

Im Februar 1935 ersetzt Ottilie Bringemeier auch ihren Mann Jean als Geschäftsführerin der Hohe Straße 9/9a Verwaltungsgesellschaft mbH. im selben Jahr schloß sie mit dem Reform-Theater eines der Pionierkinos von Köln.

Bringemeier hatte sowohl seine Frau als auch die Filmverleihgesellschaften betrogen. Bringemeier legte den Abrechnungen mit den Filmverleihgesellschaften gefälschte Aufstellungen über Anzahl und Art der verkauften Eintrittskarten vor. Dabei setzte er den Billetverkauf viel zu niedrig an. Seiner Frau Ottilie gab er die korrekten Listen so daß sie Beträge in der richtigen Höhe anwies. Die Differenz, von 1932 bis 1935 waren es rund 9000 Mark steckte Bringemeier in die eigene Tasche.

Im Dezember 1937 wird Jean Bringemeier vom Kölner Landgericht deshalb rechtskräftig zu 9 Monaten Haft verurteilt. Eine Revision ist nicht möglich.

1938 übergab Ottilie die Olympia Lichtspiele an Rudolf Thiemann, 1940 schloß mit dem Kosmos Theater eines der ältesten Kölner Kinos nach 34 Jahren seine Pforten. Über Ottilie Bringemeiers Schicksal ist nichts weiter bekannt. Jean Bringemeier starb am 30.10.1944 vermutlich bei einem Bombenangriff auf Köln.