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Constantin Haas

Herrscher der Hohe Straße

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Constantin (alternative Schreibweise:Konstantin) Haas war ein (selbsternannter) Kaufmann, Zeitungsverleger und Automatenfabrikant1 in Köln. Von 1907 bis ca. 1913 betrieb er auf der Hohe Straße bzw. deren Verlängerung, der Hohen Pforte, zeitweise drei Kinos, den Hansa Kinematograph, Theater lebender Photographien auf der Hohen Pforte 20, ab Ende 1907 das Internationale Biograph-Theater auf der Hohen Pforte 10, sowie 1908 das von ihm selbst gegründete Columbus, Theater lebender Photographien, Hohe Straße 3.

Machtkampf auf der Hohe Straße

Auf der Hohe Straße befanden sich zu dieser Zeit schon das Union-Theater, Hohe Str. 23-25 sowie das Kosmos, Hohe Straße 9A und das Bijou Vitaphon-Theater im Panoptikum auf der Hohe Straße 11-13. 1908 kam Haas unglücklicherweise auch noch die Eröffnung von Emil Schillings Pariser Kinema auf der Hohe Straße 125 bzw. 90 in die Quere.

Entschlossen nahm Haas den Kampf gegen die Konkurrenz auf. Mit bisher unbekannter finanzieller Unterstützung gründete er Ende 1908 bis Anfang 1909 die Central-Theater GmbH und die Cinéma-Palais GmbH als deren Geschäftsführer er auch fungierte. Zur Deckung hatte er das Inventar seiner jeweiligen Kinos in die Firma miteingebracht. Unternehmenszweck war Erwerb und Betrieb eines Kinematographen-Theaters. Im Zuge der Gesellschaftsgründung ließ Haas den von ihm in Central-Theater umbenannten Hansa Kinematographen renovieren und mit neuester Technik ausstatten. Schillings frankophile Neueröffnung konterte er mit der Umtaufung des Columbus in Cinéma-Palais. Haas kratzte weiteres Geld zusammen und schaltete Monumental-Annoncen für seinen Kinematographenverbund, in denen er sich u.a. an seiner überregionalen Konkurrentin AKG Allgemeinen Kinematographengesellschaft und ihrem marktschreierisch die neue Technik anpreisenden Uncle-Sam-Maskottchen abarbeitete.

Annonce
Monumental Werbeannonce für Haas drei neueingerichtete Kinos Kölner Local-Anzeiger Nr.7 v. 7.Januar 1909
Quelle: www.zeitpunkt.nrw

Doch am Ende half alles nichts. 1909 mußte Haas die Central Theater GmbH auflösen, 1913 die Cinéma-Palais GmbH. 1912 verschwand auch das von ihm geleitete Internationale Biograph-Theater.

Quellen:
1 Grevens Adreßbuch für Köln und Umgegend, insbesondere auch Mülheim a. Rh. und Kalk/55.1909
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