Helios Lichtspiele
Venloer Straße 385-389, Ecke Heliosstraße
ZurückGründer/Betreiber
Wilhelm Böhme, der gerne auch weltläufig als William Böhme auftrat, war ein versierter Schausteller. Er begann seine Karriere in den 1880er Jahren als Salon-Athlet, der zu Schau-Ringkämpfen aufforderte, später tourte er mit einem Wachsfiguren und Kuriositätenkabinett (Panoptikum) a la Castan, durch das Rheinland und stellte 1903 ein anatomisches Museum in Köln (Obermarspforten 3) aus. Im Dezember 1908 eröffnete er den Helios-Kinematographen. Parallel lud er immer wieder in sein Groß-Zirkuszelt in der Thumbstraße in Kalk ein, in dem auch Kinematographenvorstellungen stattfanden.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
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Kino-Name
Der bald gängige Name Helios bezieht sich auf die an dem Standort im Stadtteil Ehrenfeld ehemals angesiedelten Helios-Werke, nach denen auch die Heliosstraße benannt war.
Eröffnung
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Die Eröffnung fand am Samstag, den 12.Dezember 1908 unter dem Namen Great American Novelty Kinematograph statt. Ein im Kinematograph lancierter Bericht über die Eröffnung Eintritt 20 Pfennig 14 prachtvolle flimmerfreie Bilder, die von einem Bilderklärer erläutert wurden Varietäten-Einlagen bestanden aus Imitationen, einer elektrischen Lichtnummer von Miss Gremon mit schöne Musikbegleitung. Später als Kinematograph, Lichtspiel oder Kino mit dem Vorsatz Helios.
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Ort
Das Kino befand sich auf den Gelände der ehemaligen Helios-Werke. In der Nacht zum Sonntag, den 10. April 1910 brannte die auf dem Gelände befindliche Rheinische Drahtstiftfabrik nieder, angrenzende Stallungen konnten gerettet werden. Das Kino und weitere Gebäude blieben verschont. Am 27.August 1911 um 20.00 Uhr gab es einen Brand in der Vorführkabine der Helios-Lichtspiele, die Zuschauer hatten das Kino bereits verlassen. Ein Nicht-Sicherheitsfilm hatte Feuer gefangen, der Vorführer erlitt schwere Brandwunden und mußte ins Franziskushospital eingeliefert werden. Es entstand ein Schaden von 1000 Mark1. Da einige Zeitungen lediglich einen Brand in einem Ehrenfelder Kino meldeten, ließ Witwe Erpelding im Local-Anzeiger klarstellen, daß es sich nicht um das nahe gelegene Kinema Erpelding (Ehrenfelder Volks-Theater), Venloer Straße 350 handelte2. Der Helios Kinematograph war nach dem Ehrenfelder Volkskinematographen das zweite in Ehrenfeld eröffnete Kino.
Projektionstechnik
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Begleitung der lebenden Photographien
folgt
Programm
Lizenz-Filme von Pathé Fréres.
Ausstattung des Saals
Wandelgänge, Feenhafte Beleuchtung, Dampfheizung, Silberleinwand
1.Weltkrieg
Im März 1917 erregte Willy Böhme Aufmerksamkeit mit einem patriotischen Aufruf im Kölner Stadt-Anzeiger. Darin rief er alle Kölner Kinobesitzer ihre Einnahmen für die von der Sparkasse Köln herausgegebene 6.Kriegsanleihe zu spenden.
Etwa zur gleichen Zeit eröffnete er ein zweites Kino im Saal des Musiklehrers Jean Breuer in Sülz. Frau Kirch war von der Konkurrenz zu ihrem Alemannia Theater in Sülz so erbost, dass sie
Nach dem 1.Weltkrieg stellte er Kriegsinvalide ein.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
1924 tourte William Böhme, nunmehr bekannt und beliebt als „Euer Willy vom Helios-Kino in Köln-Ehrenfeld“ noch einmal mit einem Zirkus in Köln.
Quelle: www.zeitpunkt.nrw
Spätere Betreiber
- Witwe Willy Böhme
- 1933 Otto Trennwolf
- 1934 Werner Hürfeld
- 1947 August Basten
Quellen:
1 Rheinischer Merkur 28.August 1911
2 Kölner Local-Anzeiger v. 2.September 1911
3 Greven's Adreßbuch für Köln und Umgegend, insbesondere auch Mülheim am Rhein und Kalk 1911